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Jack Whitaker: Springreiten bedeuetet alles für mich

Jack Whitaker und Equine America Q Pavaratti N bei der Longines Global Champions Tour 2022. Foto: Kamila Tworkowska

Wir haben Jack ein paar persönliche Fragen über seine Herkunft aus einer der berühmtesten Reitsportfamilien der Welt, die geforderte Disziplin, die Vereinbarkeit von Privatleben und Freunden, den Alltag, Sponsoren, mentale Stärke und möglichen Druck, die Zukunft und seinen Rat für andere Reiter gestellt. 

Der 21-jährige Jack gehört zu einer echten Springreiterdynastie: den Whitakers. Als Sohn seines berühmten Vaters Michael hatte er die größten Chancen, von klein auf in den Springsport hineinzuwachsen. Und er hat das Beste daraus gemacht. Zu seinen besten Ergebnissen zählen Einzelgold bei den Pony-Europameisterschaften 2016 und Mannschaftssilber bei den Olympischen Jugendspielen 2018 in Buenos Aires, Argentinien. Inzwischen ist er in den Seniorenklassen angekommen und hat auch hier bereits große Erfolge erzielt, darunter den Sieg im 5*-Springen in s’Hertogenbosch, Holland, 2021. 

Doch auch wenn man zu den besten Reitern der Welt gehört, ist man nicht vor Unfällen mit Pferden gefeit. Im April letzten Jahres musste Jack einige Wochen pausieren, nachdem er von einem Pferd getreten worden war. Solche Unfälle können jedem, der mit Pferden zu tun hat, jederzeit passieren, und es ist das Risiko, das wir eingehen, sobald wir den Stall, die Koppel oder den Reitplatz betreten. Jack Whitaker ist fleißig und ehrgeizig, immer offen für Neues und bleibt mit beiden Beinen auf dem Boden. So gelang es ihm, schnell wieder in den Sattel zu steigen und nach nur vierwöchiger Abwesenheit vom Turnierplatz wieder an Wettkämpfen teilzunehmen.

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Jack hat das Glück, einige echte Legenden im Springsattel als Trainer zu haben. Sein Vater Michael ist hauptsächlich für das Training zu Hause verantwortlich und sein Onkel John immer eine große Unterstützung bei den Turnieren. 

Jack ist fester Bestandteil des “Whitaker-Familienunternehmens”. Zusammen mit seinem Vater betreibt er einen Trainingsstall und eine Zuchtanlage in Nottingham in Großbritannien.

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Foto: Equiline

Zweiter Teil des Interviews mit Jack Whitaker

Lies mehr über den jungen Springreiter im ersten Teil: Q&A mit Jack Whitaker

"Um ehrlich zu sein, habe ich nie den Wunsch gehabt, etwas anderes zu tun, als das, was ich tue. Ich bin sehr dankbar und glücklich, dass wir das haben, was wir haben, aber es auch eine Menge harter Arbeit. Ich würde es allerdings nie gegen etwas anderes eintauschen. Ich weiß, dass manche in den Pferdesport gedrängt werden, wenn dies die Leidenschaft ihrer Eltern ist, aber ich wurde nie zum Springreiten gezwungen. Ich denke, ein Teil meiner eigenen Motivation und meines Wunsches nach diesem Sport kommt daher, dass ich die freie Wahl hatte, was ich machen wollte, und als ich in der Schule war, habe ich alle möglichen Sportarten betrieben. 

Es ist kein Geheimnis, dass der Sport einen großen Teil meiner Zeit in Anspruch nimmt, aber ich übe, in meiner Freizeit nicht über das Springreiten nachzudenken und zu reden. Wenn wir den Hof verlassen, spielen wir Fußball oder Golf, oder wir gehen einfach in die Kneipe. Dem Tagesgeschäft zu entfliehen ist gar nicht so schwer, und ich denke, das gilt für die meisten Leute und ihre Jobs. Wie bei der Ausbildung der Pferde ist es gesund, Abwechslung im eigenen Leben zu haben.

Was die Freunde angeht, so habe ich immer noch einige Freunde aus der Schule, die nicht pferdebegeistert sind. Obwohl wir nicht jeden Tag miteinander sprechen, pflege ich diese Freundschaften, indem ich sie anrufe und mich mit ihnen treffe, wenn ich nicht auf Turnieren bin. Einer der wichtigsten Aspekte meiner Arbeit ist die Kontaktpflege zu unseren Sponsoren und Pferdebesitzern sowie die Suche nach neuen. Ohne sie können wir den Sport nicht am Laufen halten. Aber das ist eine Zweibahnstraße - eine Partnerschaft. So viel, wie sie geben, versuchen wir auch zurückzugeben. Wir versuchen es für sie so lohnend wie möglich zu machen.

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Ein weiterer Aspekt, der einen großen Teil des Sports ausmacht und sehr zeitaufwändig ist, sind die sozialen Medien, das kennen sicher die meisten. Ich versuche immer, einige Inhalte selbst zu erstellen, aber ich brauche bei dieser Aufgabe ein wenig Unterstützung. Ich denke wirklich, dass das etwas ist, was viel mehr Reiter tun sollten. Es ist ein großartiges Instrument, um mit Sponsoren und Fans zu interagieren, aber auch um zu motivieren und den Leuten das tägliche Leben von Reitern wie mir zu zeigen.  

Unser Hof ist ein Familienbetrieb, und er unterscheidet sich nicht allzu sehr von den meisten anderen Pferdebetrieben. Meine Mutter hat immer darauf bestanden, dass ich die Ställe ausmiste, die Fütterung übernehme und so weiter. Wir alle machen alles und kümmern uns um den Stall und das umliegende Gelände, damit es immer ordentlich aussieht - wir pflegen den Reitplatz, kontrollieren die Zäune auf den Wiesen und so weiter.“ Neben der gegenseitigen Hilfe bei den täglichen Aufgaben fungiert die Familie auch als Unterstützungssystem füreinander, da der Druck bei der Teilnahme an großen Turnieren sehr hoch sein kann. „Ich habe keinen Mentaltrainer. Ich sollte vielleicht mit einem Profi reden, aber ich bin sehr entspannt, so dass ich mir keine Sorgen um zu viel Druck mache.“ 

Als wir Jack nach Ratschlägen für andere Reiter fragten, die nicht unbedingt aus einer Reitsportfamilie stammen, antwortete er mit Bedacht:

„Wenn es um die Zukunft geht, bin ich sehr ehrgeizig und möchte wirklich alles erreichen, was ich kann. Man kann sein Ziel immer höher stecken. Ich möchte der beste Reiter sein, der ich sein kann - und das wird mich hoffentlich zu Europa- und Weltmeisterschaften sowie zu Olympischen Spielen führen.“

Jack Whitaker

"Nutzt eure Chancen, wenn sie sich bieten. Wenn ihr die Chance bekommt, ein gutes Pferd zu reiten, dann reitet es. Man sollte stets versuchen, sein Bestes zu geben. Solange man die Unterstützung der richtigen Leute bekommt und und den richtigen Leuten die richtigen Fragen stellt, ist man auf einem guten Weg."

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Man sollte immer versuchen, Chancen zu ergreifen und nicht abwarten, bis die Chance von selbst auf einen zukommt. 

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