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Sanfte Riesen - Das Shire Horse

Foto: Erik Kunddahl

Solange Tine Kristensen zurückdenken kann, ist sie in große Pferde verliebt. Pferde, die so groß sind, dass sie viel Schaden anrichten, wenn etwas schief geht. Aber Vertrauen und Freundschaft zwischen Goldstone Moss, dem Shire Horse, und Tine machen alles möglich.

Goldstone Moss ist das größte Pferd Dänemarks. Wenn er mit seiner Besitzerin Tine auf Ausstellungen und Messen unterwegs ist, sind die beiden immer eine Attraktion. Das Vertrauen zwischen ihnen ist einzigartig. Das wurde mir sofort klar, als ich den Hof betrat. Ich besuchte Tine und Moss, um herauszufinden, was es wirklich braucht, um einem so großen Pferd zu vertrauen. Wie baut man dieses Vertrauen zwischen Pferd und Mensch auf, wenn ein Partner die vielen Eindrücke auf dieser Welt nur schwer zuordnen kann.

Die Reise von England nach Dänemark

Auf der weltgrößten Veranstaltung für Shire Horses, der Shire Horse Show in England, mit nicht weniger als 400 Shires, traf Tine zum ersten Mal auf Moss (Goldstone Moss), und es traf sie wie ein Blitz. Tine erinnert sich noch sehr genau daran, dass sie ihre Augen nicht von dem 201 Zentimeter großen, dunkelbraunen Pferd lassen konnte.

Auch nach ihrer Rückkehr nach Dänemark ging er ihr nicht mehr aus dem Kopf - es war Liebe auf den ersten Blick. 

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Im Jahr 2014 zog Moss nach einer langen Reise aus England bei Tine ein. Zuvor war Moss im Besitz eines 89-jährigen Briten, der ihn zum Fahren nutzte. Daher war Moss daran gewöhnt, die Welt mit Scheuklappen zu sehen und hatte keine Ahnung, was ihn nach seiner Ankunft in Dänemark erwartete. „Als ich das erste Mal aufsaß konnte ich spüren, wie er sich aufblähte“, erklärt Tine. Er war es nicht gewohnt, ein Paar Reiterbeine an seiner Seite zu haben, vor allem nicht bei all den anderen Eindrücken, die zusätzlich von außen auf ihn einwirkten. Moss war nur wenig geritten, als Tine ihn zu sich holte. Es war also eine ganz neue Welt, die sich ihm eröffnete, als er in Dänemark ankam. 

Über Tine Kristensen

Tine Kristensen begann mit 11 Jahren zu reiten, als sie ein Fjordpferd kaufte. Später verliebte sie sich in die Belgier. Doch auf einer Pferdemesse sah sie Shire Horses vor der Kutsche und begeisterte sich auf der Stelle! Die Verbundenheit mit der Shire-Rasse ist geblieben. Laut Tine sind sie trotz ihrer Größe sehr umgänglich. 

Die Überlegungen 

Es ist eine Herausforderung, ein Shire Horse zu besitzen. Die prächtige, sanfte Rasse ist nicht jedermanns Sache, wenn man Tine fragt. Noch bevor sie Moss kennenlernte, hatte sie ihren ersten Shire, John Little. Sie wusste also bereits, dass diese Rasse mehr als nur Bewegung braucht. So ist es zum Beispiel die sorgfältige Pflege besonders wichtig um Mauke, Milben und Infektionen zu vermeiden. Die Pflege der Beine und des Behangs ist mit einem hohen Zeitaufwand verbunden. 

Zu den häufigsten Herausforderungen, denen sich Tine seit dem Erwerb der Shire-Pferde gegenübersieht, gehört es, sowohl einen Tierarzt als auch einen Hufschmied zu finden, die die großen und schweren Pferde behandeln können. Früher musste sie lange Fahrten auf sich nehmen, nur um die Pferde zum Hufschmied zu bringen. Und wie macht man das mit Pferden, die etwa eine Tonne wiegen? „Ich habe im Laufe der Jahre einige Aha-Erlebnisse gehabt“, sagt Tine, als sie auf den Transport der schweren Pferde zu sprechen kommt. Als ich bei Tines Haus ankam, war fast das erste das mir auffiel ihr Hummer und ein Pferdeanhänger, wie ich ihn selten zuvor gesehen habe. Obwohl der Anhänger für Übergröße konstituiert war, musste Tine das Innere noch umbauen, um den nötigen Platz für Moss zu schaffen, da er länger war als erwartet. 

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Wenn man sie erst einmal richtig kennengelernt und ihr Vertrauen gewonnen hat, hat man einen Freund fürs Leben. 

Übergroße Ausrüstung

Wenn man ein Shire Horse zu Hause hat, kann der Besuch von Pferdemessen und anderen Veranstaltungen zum Kauf von Reitausrüstung eine günstige Gelegenheit sein. Wenn Tine schließlich Ausrüstung findet, die Moss passt, überlegt sie nicht lange und kauft sofort – die passenden Größen gibt es einfach selten. Aber Tine ist kreativ und stellt Ausrüstung für Moss sogar selbst her. Das macht sie, weil es einfach zu schwer ist, etwas Passendes zu finden - und sie mag es, wenn sie individuell zurecht gemacht sind.

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Trine und Moss. Foto: Erik Kunddahl
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Moss mit Trine's vierjährigem Sohn.

Vielseitiges Training

Es ist definitiv eine andere Form des Trainings, das Tine bei ihren Shires anwendet. Wenn es darum geht, das Vertrauen ihrer Pferde zu stärken, ist es ihr wichtig, dass sie rauskommen und viel erleben. Deshalb gibt es auch nicht nur eine Disziplin im Pferdesport, auf die sie schwört. Sie reitet aus, macht „Horse Agility“ und spannt die Pferde gelegentlich vor die Kutsche. Außerdem sind sie und Moss auch auf Turnieren und Messen mit anderen Shire Horses unterwegs. Obwohl Tine eine gewisse Nervosität bei Moss spürt, wenn sie auf Veranstaltungen sind, weiß sie, dass er ihr vertraut und umgekehrt. „Er liebt es wirklich, rauszukommen und andere Dinge als zu Hause zu erleben“, sagt Tine. 

Eine der einzigartigsten Erfahrungen, die Tine mit der Rasse gemacht hat, war die mit ihrem ehemaligen Shire-Pferd John Little. Laut Tine war John Little schon immer ein ziemlicher Störenfried - auch wenn sie an Veranstaltungen teilnahmen. Deshalb begannen sie mit dem Agility-Training. Es schien zu helfen, John Little auf eine Weise zu aktivieren, die ihn entspannte und ein solides Vertrauen zu Tine aufbaute. 

Die Fütterung eines 980 Kilogramm schweren Pferdes

Aufgrund der Größe der Rasse sollte darauf geachtet werden, dass die Pferde nicht zu viele Kohlenhydrate, Zucker und Proteine erhalten. Der beste Weg, um sicherzustellen, dass der Bedarf des Shire Horse gut gedeckt wird, ist gutes Grundfutter. Ein Pferd wie Moss frisst täglich etwa 6,5 Liter eingeweichte Rübenpellets mit Vitaminen und Mineralstoffen, dazu bekommt es etwa das Äquivalent von 20 Kilo Silage. Er hat rund um die Uhr freien Zugang zu Raufutter. Außerdem achtet Tine darauf, nicht zu viel Löwenzahn und Klee im Sommergras zu haben, da Shires davon nicht zu viel bekommen sollten. Obwohl Shire Horses in der Fütterung etwas teurer sind als die meisten Sportpferde, ist es in der Regel nicht nötig, viel Zusatzfutter zu kaufen.

Über Goldstone Moss

Goldstone Moss ist ein großer Junge von 201 Zentimetern und wiegt 980 Kilogramm. Er ist auch als Mighty Moss und Mossi bekannt. Er kommt ursprünglich aus England, wo er als Fahrpferd eingesetzt wurde. Der 15-jährige Wallach lebt seit acht Jahren bei Tine. Er ist ein cooles, aber sensibles Pferd und passt gut auf seine Umgebung auf.

Folge deinen Träumen

Als Tine Shires zum ersten Mal kennenlernte, hatte sie keinen Zweifel daran, dass es sich um eine ganz besondere Rasse handelt, die einen großen Platz in ihrem Herzen hat. Mit großer Leidenschaft und Liebe spricht sie über ihre Beziehung zu ihren Shire Horses. Sie hat sehr viel Erfahrung mit dieser Rasse. Da es nicht immer einfach ist, diese Pferde zu halten, ist eine gute Unterstützung wichtig. Glücklicherweise erfährt Tine viel Zuspruch von ihrem Mann, und sie genießt es besonders, dass auch ihr vierjähriger Sohn gerne Zeit mit Moss verbringt. 

Wenn du davon träumst, ein Shire Horse zu besitzen

Wenn auch du den Wunsch hast, ein Shire Horse zu besitzen, musst du einige Dinge beachten, um die besten Bedingungen für die Rasse zu schaffen. Die Pferde müssen viel Bewegung haben, um Störungen des Bewegungsapparates zu vermeiden. Einer der Tipps von Tine, was man beim Kauf eines Shire-Pferdes beachten sollte, ist, die Beine der Pferde genau untersuchen zu lassen. Es muss nichts Ernstes sein, aber es ist wichtig, richtig zu behandeln, wenn das Pferd zum Beispiel Milbenbefall hat. Außerdem sollte man sich erkundigen, welche Hufschmiede in der Lage sind, die XXL-Hufe zu beschlagen / auszuschneiden. Tines Verzweiflung war schon öfters groß, da Hufschmiede das Pferd einfach abwiesen, ohne es überhaupt gesehen zu haben. Obwohl sie groß sind, bedeutet das nicht, dass sie schwer zu behandeln sind.

Die meisten Pferdebesitzer wollen viele schöne Jahre mit ihrem Pferd genießen. Du solltest dir jedoch darüber im Klaren sein, dass es bei Shire Horses ein bisschen wie bei größeren Hunderassen ist – die Lebenserwartung ist geringer als bei kleineren Pferderassen. 

Ein Freund fürs Leben  

Auch wenn es Dinge gibt, die an die Rasse angepasst werden müssen, ist nichts unmöglich, solange Pferd und Reiter Vertrauen zueinander haben. Wenn du und dein Shire Horse wirklich zusammenwachsen, dann hast du einen Freund fürs Leben. Egal, welche Art von Pferd man hat oder wovon man träumt, es wird immer Herausforderungen geben. Tines Geschichte ist aber ein wunderbares Beispiel dafür, dass alles möglich ist, solange man sich die Zeit nimmt, Vertrauen aufbaut und die Vorsichtsmaßnahmen trifft, die das jeweilige Pferd benötigt. 

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Foto: Malgré Tout
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